Im Ernst?

Die Klimawandelberatungen braucht es wirklich.

Ein ehrliches Hingucken, was „Wandel“ bedeutet, braucht es wirklich.

Es ist völlig undenkbar, dass eine Regierung auch nur einen Bruchteil der nötigen Maßnahmen beschließt, wenn sich nicht alle Menschen damit auseinandersetzen, was das bedeutet. Diese Auseinandersetzungen sind hochspannend, sie müssen auch bei den Klimawandelberatenden passieren und sie werden in den einzelnen Beratungssitzungen Thema sein.

Ein Beispiel: In der Lausitz wird immer noch Kohle abgebaut und verheizt. Nach aller Vernunft muss das sofort aufhören; hätte schon vor Jahrzehnten aufhören müssen. Das ist aber überhaupt nur denkbar, wenn der Wahnsinn thematisiert wird – was geht noch und was geht schlicht nicht mehr. Und wenn wir mit den Menschen reden, für die z.B. Kohle noch eine Realität ist.

Wenn die Kraftwerke abgeschaltet werden, was machen dann die Kumpels? Arbeitslosengeld beziehen und dann? Langweilige Maßnahmen zur Beschäftigung und halbherzige Umschulungsversuche? Nein! Die Kohlekumpels sitzen im selben Boot wie die Flugzeugbauenden oder Tankstellenbetreibenden – sie werden gebraucht, um Energieversorgung und Transport umzubauen. Auf was? Wer hat Ideen, wo sind sie, wer macht mit beim Beraten?

Wir sehen vielleicht nur wenige Schritte in die Zukunft, aber wir haben keine Wahl, als diese Schritte zu gehen. Wir haben einander und verfügen immer noch über eine unglaubliche und leistungsfähige Infrastruktur, um die Probleme anzugehen – wenn Politik und Wirtschaft nach einigen Jahren „weiter so“ am Boden liegen, wird es viel schwerer, noch friedliche, gute Lösungen zu finden. Geld ist vorhanden, denn wir sparen monströse Summen in der Zukunft, wenn wir jetzt weitere Zerstörung abwenden.

Bevor den ehemaligen Kohlekumpels Arbeitslosengeld gezahlt wird, kommt es vielleicht doch günstiger, PV-Anlagen mit ihrer Arbeitskraft in Deutschland herzustellen. Wer das bezahlt; wie Politik und solche wirtschaftlichen Investitionen organisiert werden – Zukunftsmusik. Aber da müssen wir hin.

Die Klimawandelberatungen sind der Anfang, Bewusstseinsbildung und Ideenfindung, die Voraussetzung, um Weichen zu stellen. Ja, es muss sie wirklich geben.

Regierung: Ich schenke dir die Idee.

Sonst:

Wenn ich nicht ganz bald (Stand: Jahreswechsel 2021-2022) einen Anruf aus Kanzleramt oder Ministerium bekomme, müssen wir das mal wieder selbst in die Hand nehmen. Dann inszenieren wir die Klimawandelberatung selbst und schaffen als vierte Macht im Staat Bewusstsein. Wir beraten alle, die es wollen und versuchen uns auch an denen, die es nicht wollen. Als TV-Event, Serie oder Dokumentarfilm: Das Sujet ist explosiv:

  • Was muss sich ändern? Kann es darüber irgendeine Einigkeit geben?
  • Wo geht es hin? Die Szenarien sind vielfältig, betreffen uns alle und lassen sich visuell in Szene setzen.
  • Wer kann beraten? Können wir Beratungsteams bilden, die sich einigermaßen einig sind? Sind verschiedene Beratungsteams, die als Team jeweils unterschiedliche Meinungen zu den o.g. Fragen haben, eine Bereicherung? Welche Teams können welche Beratungserfolge aufweisen?
  • Beratungserfolg? In unserer Kultur lässt man sich nicht gern was sagen. Eine erfolgreiche Klimawandelberatung schafft Bewusstsein für die Notwendigkeit von Wandel, sammelt Ideen vom Klienten und schafft im besten Falle Lust auf den Wandel.
  • Wer lässt sich beraten? Wer wird wie sehr vom Umbau der Gesellschaft betroffen sein? Möglicherweise trifft es beruflich und finanziell „besser gestellte“ sogar härter als das „einfache Volk“ – denn erstere leben auf größerem ökologischen Fuß.
  • Widerstand: Die totale Verweigerung wird eine typische Reaktion auf die Klimawandelberatung. Können wir visuell, real, praktisch darstellen, warum der Wandel nötig ist? Wie werden wir dem Vorwurf der Panikmache oder Manipulation gerecht? Ein großer Teil der Medien wird durchdrehen – können wir trotzdem Menschen erreichen, um ihnen zu helfen, ihr eigenes brennendes Haus zu löschen (siehe (Was ist) Klimawandelberatung)?

Die Idee der Klimawandelberatung hat ein riesiges Potential. Es geht darum, jenseits vom routinierten Aufruf nach „Wandel“ konkret zu werden.

Aber wie geht „Wandel“?

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